Pädagogische Konzepte

Pädagogische Konzepte

Die meisten Kitas lassen unterschiedliche pädagogische Konzepte der verschiedensten Pädagogen in ihre Konzeption (Leitfaden der Kita) hineinfließen. Es gibt Einrichtungen die sich ausschließlich einem Konzept verschreiben Beispiele dafür sind die Montessori, Waldorf, Reggio oder…. Einrichtungen. Viele städtische Kitas orientieren sich an mehreren Konzepten und finden so aus einzelnen ihr ganz individuelles Konzept, also die Konzeption einer jeden Kindertagesbetreuungstsätte. Meist ist es bei vielen Einrichtungen so, dass auch eine Waldorfpädagogik Montessori Inhalte aufnimmt oder andere. Im folgenden werden die 8 bekanntesten Pädagogischen Konzepte vorgestellt.

Welche Einrichtung und welches Konzept passt zu uns, unseren Werten und unserem Kind am besten? Mit dem folgenden Einblick kann dies eine Entscheidungshilfe für Eltern darstellen und viellicht auch noch unbekannte Fassetten des ein oder anderen Konzepts aufzeigen, viel Spaß beim Lesen.

  1. Montessori Pädagogik
  2. Situationsansatz
  3. Waldorfpädagogik
  4. Reggio Pädagogik
  5. Fröbel Pädagogik
  6. Wald- und Naturkindergärten
  7. Systemische Pädagogik ?
  8. Early Excellent

Montessori Pädagogik

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

Maria Montessori

Gründerin der Montessori Pädagogik war Maria 1907. Die Pädagogik wird heute verteilt über den Globus in vielen Ländern angeboten und praktiziert. Die Selbstständigkeit des Kindes steht hier im Mittelpunkt. In Deutschland gibt es etwa 600 reine Montessori Einrichtungen.

Merkmale:

  • Das Kind entscheidet selbst mit was es sich beschäftigt.
  • Kinder werden als „vollwertige“ Individuen betrachtet.
  • Absolut Bedürfnis orientiert am Kind. Es wird danach gearbeitet wars das Kind im Moment benötigt. (Sensible Phasen) Kinder wollen/können nicht irgendwas lernen sondern zu einer gewissen Zeit etwas ganz Bestimmtes.
  • Dem Kind helfen Schwierigkeiten zu überwinden, anstatt ihnen aus dem Weg zu gehen.
  • Kernstück des Ansatzes ist die Freiarbeit: Das Kind entscheidet hier selbst über seinen Arbeitsrhythmus und entscheidet frei darüber mit was es sich beschäftigen möchte. Ebenso bestimmt das Kind wie lange und mit wem (alleine, mit einer Gruppe oder einem Partner) es sich auseinandersetzen möchte.
  • Die Räume sind hier mit speziellem Montessori Material ausgestattet. Dies sind Arbeitsmaterialien welche die geistige Entwicklung durch Manuelle- und Sinneserfahrungen fördern. Kinder haben auch die Möglichkeit ihre Lernerfolge selbst zu kontrollieren. Jedes Spielmaterial gibt es nur einmal im Raum, so dass auch gelernt wird geduldig und ordentlich damit umzugehen.
  • Erziehen sind hier die Helfer zur Entwicklung selbstständiger Persönlichkeiten. Sie entscheiden zum passenden Zeitpunkt wie sprachliche Begleitung, Unterstützung im Spiel und Konsequenz gefordert sind. Erzieherinnen arbeiten hier sehr flexibel und geduldig.
  • Mit Eltern wird eine Bildungspartnerschaft gepflegt, um so durch gegenseitige Unterstützung das Kind bestmöglich zu fördern.
  • http://www.montessori.de/montpaed.php
  • https://www.die-kinderwelt.com/wp-content/uploads/2013/03/2013-03-14-PädRicht_WEB.pdf

Fazit

Mir gefällt diese pädagogische Arbeitshaltung sehr. Das Kind lernt eigenständig Entscheidungen zu treffen und sich nach innen zu richten (Was möchte ich?). Es in seiner Entwicklung zu einem selbstbestimmten Menschen gefördert. Learning by Doing. Die Kinder sind hier nicht darauf angewiesen wie jemand anders etwas bewertet. Die Arbeitsmaterialien sind so ausgelegt, das Kinder ihre Lernerfolge selbst kontrollieren können. Ob das Kind es dann in diesem Moment nochmal versucht oder erst morgen, bleibt dem Kind überlassen. Das Kind steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Jedoch sollten eigene Bedürfnisse nicht zwangsläufig über die der Gemeinschaft gestellt werden, daher finde ich es wichtig auch gemeinsame Rituale und Aktivitäten zu gestalten. Um wichtige gesellschaftliche Werte wie z.B. Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft ebenfalls mitzugeben. Zudem sollte berücksichtig werden, dass nicht für jedes Kind das selbst-motivierte Lernen geeignet ist. Auch können Kita Beiträge bei reinen Montessori Einrichtungen höher ausfallen.

Quellen

Situationsansatz

Der tauchte erstmalig 1973 in einer Zeitschrift „Betrifft:Erziehung“ auf. Seit dem ist er aus dem Alltag vieler Kindertagesstätten nicht mehr weg zu denken. Das Kind eignet sich auch hier möglichst selbstständig Wissen an, das durch Pädagogen aufbereitet und gefördert wird.

Merkmale:

  • Der Situationsansatz orientiert sich an Schlüsselsituationen der Kinder. Diese Situationen gilt es von der Erzieherin zu entdecken und dem Kind die Möglichkeit zu geben dieses Lernfeld für sich zu eröffnen. Dies heißt z.B. Ein Kind entdeckt bei einem Waldspaziergang im Frühling Eierschalen auf dem Boden. Das Kind zeigt Interesse und fragt nach. Nun ist es an der Erzieherin hier flexibel zu erarbeiten was Lerninhalte sein könnten. So entstehen Projekte für die Kindergruppen. Im Gegenzug heißt dies auch, dass wenn die Kinder kein tieferes Lerninteresse zeigen, das Projekte flexibel umgestaltet oder andere Interessensfelder der Kinder aufbereitet werden müssen.
  • Besonders berücksichtigt wird der kulturelle und soziale Background eines jeden Kindes. Diese spielt in eine jede Entwicklung des Kindes massiv mit ein.
  • „Erzieherinnen unterstützen Mädchen und Jungen in ihrer geschlechtsspezifischen Identitätsentwicklung und wenden sich gegen stereotype Rollenzuweisungen und – übernahmen.“ Das heißt den Kindern werden in keine vorgeschrieben Rollenbilder bezogen und ihnen werden Rollenbilder zugesprochen. Freie Identitätsentwicklung.
  • Kinder mit Förderbedarf, unterschiedlichen Entwicklungsvorausetzungen und mit Behinderung werden integriert und die Kita wendet sich gegen Ausgrenzung.
  • Das fördern der Phantasie der Kinder spielt eine wichtige Rolle.

Fazit

Man merkt hier sehr deutlich, das er Situationsansatz eine jüngere Pädagogische Haltung hervorbringt. Themen wie Geschlechtsidentität, Inklusion und die Berücksichtigung des kulturellen und sozialen Backgrounds der Kinder zeigen wie Fortschrittlich und Zeitgemäß dieser Ansatz ist. Dieser pädagogische Ansatz ist ein perfektes Beispiel für individuelle Förderung eines jeden Kindes mit dem gleichzeitigen Ziel Werte und Normen in einer Gemeinschaft zu vermitteln. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die Umsetzungsmöglichkeit in einer Einrichtung durch die pädagogische Fachkraft. Zunächst muss Zeit für die Beobachtung einer eventuellen Schlüsselsituation gegen sein, anschließend werden diese analysiert und ausgewählt. Nun entscheidet die Erzieherin welche Ziele aus der Schlüsselsituation hervorgehen können. Daraufhin plant und gestaltet diese Angebote/Aktivitäten im Rahmen eines Projekts für das Kind bzw. die Kindergruppe. Zu guter Letzt werden die Erfahrungen ausgewertet, dokumentiert und weitere Schritte werden geplant. Wie man sieht bringt dies einen ungemeinen Arbeitsaufwand mit sich, der sich freilich lohnt, jedoch muss dazu die adäquate Personalstruktur in der Kita gegeben sein. Daran hapert es leider noch in vielen Einrichtungen, die nicht erkennen (liegt vor allem am aktuellen Gesetz/Kultusministerium) wie wichtig eine ausreichend pädagogische Förderung ist. Die Kitas sind schließlich keine Beaufsichtigungsstätten sondern Bildungseinrichtungen!

Quellen

https://www.situationsansatz.de/files/texte%20ista/ista_pdf/16%20Grundsaetze.pdf
https://www.situationsansatz.de/konzeptleitbild.html#skipNavigation7

Waldorfpädagogik

Die Waldorfpädagogik ist eine der am kritischsten zu betrachtenden pädagogischen Ansätze. Grundlage dieser pädagogischen Ausrichtung ist die Anthroposophie die von Rudolf Steiner um 1920 gegründet wurde. Besonders zu berücksichtigen ist die Lehre der Anthroposophie, die den Kindern dieses Weltbild vermitteln soll. Die Anthroposophie und die Ansätze Rudolf Steiners sind rassistisch, pseudowissenschaftlich und menschenverachtend. Ich werde im folgenden ein paar Seiten und Menschen nennen die sich intensiv mit der Anthroposophie auseinander gesetzte haben.

https://anthroposophie.blog/2018/08/19/wie-man-kleinkindern-die-flotentone-beibringt/

Merkmale:

In den Waldorfeinrichtungn wird ausschließlich mit Naturmaterialien gearbeitet, dies ist sicherlich vorbildlich doch für mich wäre es eine Diskriminierung und Verachtung gegenüber Menschen die homosexuell sind, eine andere Hautfarbe haben, sich ihrem Körper nicht Geschlechtsspezifisch zuordnen können, die Verhaltensauffälligkeiten oder psychisch krank sind, eine seelische oder körperliche Behinderung haben und niederschwellig zugänglich sind, sowie mit Sicherheit vielen weiteren Menschen die nicht dem „Rassenbild“ Steiners, der Waldorfpädagogik entsprechen wenn ich diese Form der Pädagogik akzeptieren würde.

„Waldorf hat den Charakter einer Sekte“

Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 07.09.2019

“ Die weiße Rasse ist die am Geist schaffende Rasse“

Rudolf Steiner

„Die Waldorfschulen lassen ihre Weltanschauung still und heimlich in ihre Arbeit einfließen. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift.“Prof. Dr. Stefan T. Hopmann

Fazit

Nun man könnte jetzt auch sagen: “ Ja aber das ist doch heute nicht mehr so streng und so stimmt das ja gar nicht.“ oder “ Die machen aber auch viele tolle Sachen, wie z.B. naturkundliches.“

Natürlich kann man das sagen, aber ändert das etwas an der Haltung und der Ausrichtung der Waldorfpädagogik/Anthroposophie? Ich denke nicht. Wenn es nicht so ist, warum distanziert sich die Waldorfpädagogik nicht von diesen Leitsätzen, sondern baut weiterhin darauf ihre Pädagogik auf, schult Kinder und bildet Pädagogen danach aus?

Meine Haltung gegenüber jedem Menschen ist geprägt von Akzeptanz, Achtung, Wertschätzung und Offenheit. Unabhängig welches soziokulturellen Backgrounds. Genau dies sind Ansätze und Werte die wir unseren Kindern vermitteln sollten und keine Rassifizierung oder Klassifizierung nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, Herkunft oder Aussehen.

Lisa A. Fuhrländer

Reggio Pädagogik

Die Reggio Pädagogik stammt aus Italien, genauer gesagt aus der Italienischen Stadt Reggio Emilia und orientiert sich an der Fröbel Pädagogik die bereits deutlich früher, Anfang 19. Jahrhundert ihren Ursprung hatte. Reformiert und unterstützt wurde diese 1970 durch den Pädagogen Loris Malaguzzi. Der Pädagogik liegt ein positives Bild vom Kind und ein optimistisches Menschenbild. Es wird darauf geachtet was das Kind kann, worin seine Stärken liegen und was es daraus macht.

Merkmale:

  • Das Kind wird als eigener Konstrukteur seiner Entwicklung angesehen. Es bestimmt selbst zu welchem Zeitpunkt es welche Kompetenz erweitern möchte.
  • Kinder haben die Chance sich frei zu entfalten und ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Stärken nachzukommen.
  • Durch experimentieren, durch das Erfahren von Versuch und Irrtum wird es sich seine Umwelt erschließen und sich damit in Beziehung bringen.
  • Kinder erfahren durch ausprobieren und handeln wie alltagspraktische und soziale Handlungskompetenzen erlangt werden.
  • Das Kind selbst weiß am Besten was es braucht und wird in der Reggio Pädagogik als „eifriger Forscher“ umschrieben.
  • Kinder sollen in der Fähigkeit der Selbstbildung gestärkt werden.
  • Der Raum wird als „dritter“ Erzieher verstanden und soll das Kind, fördern, provozieren, beschützen und auffordern. Als Raum wird hierbei nicht nur die Kita selbst verstanden sondern auch das angrenzende Lebensumfeld (Garten, Natur, Straßen, Stadt, etc.)
  • „In der Reggio-Pädagogik spielen Projekte als Handlungsform zur Gewinnung von alltagsbezogenen Fertigkeiten und vor allem von Selbst- und Weltverständnis eine zentrale Rolle.“1
  • Erzieher/innen begleiten die Kinder auf Augenhöhe ein Stück auf seinem Weg und zeigen den Kindern nicht wie aus ihrer Perspektive das Leben funktioniert sondern begleiten sie darin dies selbst für sich zu erschließen.

Fazit

Die Reggiopädagogik ist eine der ambitioniertesten Ansätze seit der Reformpädagogik im 20. Jahrhundert, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Ich selbst habe einige zeit in einer Reggioeinrichtung gearbeitet und war besonders von der Raumgestaltung sehr angetan. Kinder können ihrem Interesse nachkommen, haben Raum zu forschen, zu entdecken, zu erfahren – sich zu entwicklen. Abseits von vorgeformten Spielmaterialien die nur „einen Lösungsweg“ zulassen und die Kinder in ihrer Kreativität beschränkt. Die Projekte gehen auf die Interessensschwerpunkte der Kinder ein und bestärken diese in ihrem Forschen. Besonders die Dokumentation dessen, was das Kind erfahren, erlebt und gelernt hat durch die „sprechenden Wände“, an denen dies hauptsächlich durch Bilder präsentiert wird, finde ich eine äußert wertschätzende Form der Entwicklung des Kindes. Kinder werden hier individuell gefördert und es muss keine Fensterbastelei erstellt werden, weil eben wieder Zeit für Deko ist. 😉

Quellen

https://www.paediko.de/kinderbetreuung/paedagogische-arbeit/reggio-paedagogik

https://www.paediko.de/pdf/reggio_module.pdf

Fröbel Pädagogik

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